Mari-Liis Tigasson arbeitet als Bühnen- und Kostümbildnerin für Sprech-, Tanz- und Musiktheater für alle Generationen. Sie entwickelt für Theater narrative Raumkonzeptionen die eine Geschichte erzählen. Kostüme die in starken Zusammenspiel und Weckselwirkung mit dem Raum und Stückentwicklung stehen. Atmosphärische Bühnenbilder die auf wesentliche reduziert sind und den Inhalt stützen ohne zu illustrieren. Ihre große Leidenschaft sind Theaterformen und Stückentwicklungen insbesonderes für junges Publikum.

Mari-Liis Tigasson ist geboren und aufgewacksen in Estland und studierte bis 2002 an der Kunstakademie Tallinn in Estland Animationsfilm/ Szenografie. Bis 2009 Bühnen- und Kostümbild unter der Leitung von Martin Zehetgruber an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart (Diplom).
Nach ihre Bühnenbildassistenzen am Staatstheater Stuttgart ist sie seit dem Jahr 2011 freischaffend als Bühnen- und Kostümbildnerin tätig. (u.a. Künstlerhaus Mousonturm, Theaterhaus Frankfurt, Theater Parkaue, Landestheater Tübingen, Deutsche Oper Berlin, Schlosstheater Moers).

Mit dem Perfomancekollektiv Zaungäste unter der Leitung von Susanne Zaun und Marion Schneider verbindet Mari-Liis Tigasson ein langjährige Zusammenarbeit.So entstanden im Jahr 2018 die Uraufführung „ Es ist doch eine schöne Sache über Kanzlerkandidaten zu reden und dabei Blutwurst zu zu essen“ Am Theaterhaus Mousonturm Mit Susanne Zaun gemeinsam am Schlosstheater Moers die Uraufführungen „Die Mutter aller Fragen oder 25 Rollen, die eine Frau niemals spielten sollte“ (2019) und „ Männer alleine im Wald“ (2021).

Mit dem Kollektiv M O N S T R A (Gesa Behring, Kim Willems und Katharina Speckmann)entstanden zwei Stückentwicklungen am Theaterhaus Frankfurt : Monstermorphosen (2018) und Stimmt das? (2020).Gemeinsam widmen sie sich einem visuell sehr Bilderreichen und auch inhaltlich anspruchsvollen Theater für junges Publikum, das auch Erwachsene im Blick behält.
Mit dem Kollektiv Dorn/Behring (Gesa Behring und Stephan Dorn) und Benedikt Grubel hat sie am Landestheater Tübingen für zwei Stückentwicklungen für Junges Publikum das Bühnen- und Kostümbild entwickelt. So hatten dort die Uraufführungen Wahlbekanntschaften (2020) und Ach, Mensch! (2021) Premieren.

Als Bühnen- und Kostümbildnerin hat Mari-Liis Tigasson darüber hinaus an mehreren ortsspezifischen (Musik)theaterproduktionen mitgewirkt. Diese oft athmosphärisch und historisch aufgeladenen, nun verlassenen und verlebten Orte sind stets eine besondere Herausforderung. So entstand in der Freien Musiktheaterszene unter Regie von Teresa Reiber und dem Mobile Beats Ensemble in einem ehemaligen unterirdischen Gemüsegrossmarkthalle am Atelier Frankfurt im Jahr 2017 die Monooper „Tagebuch von Anne Frank“ und für die Uraufführung

Nach ihren Elternzeit zwischen 2013-2016 war Mari-Liis Tigasson 2016/2017 Stipendiatin am Theater Mousonturm beim Next Generation Workspace. Seitdem setzt sie ihre Langzeitvideoinstallationsprojekt „7:40 Uhr“ und „Abschied“ im Videodokumentationsbereich fort. Der erste Teil des Langzeitprojektes wurde während des Festivals „Starke Stücke-Theater für Junges Publikum“ im Jahr 2017 als Installation am Theaterhaus Frankfurt
präsentiert. In diesen beiden Langzeit introspektiven Videoarbeiten portraitiert sie sich und ihre Familie mit einem selbstbeobachtenden und ungefilterten Blick.

Mari-Liis Tigasson lebt mit ihrer Familie in Berlin und in Estland.